4. Semester Erfahrung

Ergebnisse, Belegfrist, elende Mittelmäßigkeit

Heute Abend endet die Belegfrist der Uni. Nicht, dass der Termin oder irgendetwas in Fragen der Uni-Planung so richtig sinnvoll wäre. Wer heute noch nachbelegt, der hat das Einreichen der ersten EAs bereits verpasst und damit geringere Chancen, seine Klausurzulassung zu erhalten. Und vielleicht geht es auch vielen (gerade Anfangssemestern) so wie mir. Ich habe von vier Klausuren nun drei zurück. Eine fehlt. Wer auf Planungssicherheit angewiesen ist hinsichtlich seiner Modulbelegung, der schaut in die Röhre, wenn er bestanden hat und etwas Neues hätte belegen können. Oder wer auf Verdacht neu belegt hat, das alte Modul wiederholen muss und zum Neuen nicht kommt und dafür seinen Freiversuch geopfert hat.

Verpasst der gemeine Jurastudent eine Frist und bittet um Kulanz wird er auf die Notwendigkeit von Fristen und Regularien verwiesen. Verpasst die Uni Fristen – nun ja, Studentenschicksal. Dies gilt nicht nur für die unfassbare Zeitspanne von zwei Monaten zur Korrektur von Klausuren höherer Semester (bei den Grundlagen, die noch eine Unmenge Studenten mitschreiben, hätte man ja vielleicht Verständnis) sondern auch in Fragen der Einführung des neuen Bachelor- und EJP – Modells, aber dazu an anderer Stelle nochmal ausführlich meine Planungsproblematik für das kommende Semester. Ich gehöre nämlich zu den Glücklichen die wechseln wollen und für die das nächste Sommersemester wirklich die letzte Belegmöglichkeit darstellt, sonst wäre ein Semester verloren und das kann ich mir zeitlich nicht leisten. (Zur Erinnerung: der neue Bachelor/EJP sollte dieses Wintersemester anlaufen bis die Uni feststellte, dass sie doch noch eine Weile länger braucht, intern zu regeln, was zu regeln ist.).

Nun aber zu den Ergebnissen:

Rhetorik: 99 von 100 Punkten. 1,0. Yippieh. Na ja, was soll ich sagen: im irrelevantesten „weichen“ Fach die erste eins. Aber Leute in Grund und Boden quatschen kann ich. Ich freue mich, aber so gute Noten wären mir in den wichtigen Fächern natürlich lieber.

Sachenrecht: 55 von 100, 3,7. Nicht so richtig toll. Vor allem, wenn man die Aufgabenstellung sieht. Nachbarschaftliche Abwehr- und Unterlassungsansprüche. Eigentlich simpel. Und gerade weil es so leicht war und nur ein „Nebenzweig“ des Sachenrechts, habe ich es vor der Klausur nicht mehr angeschaut. Frei nach „das ist so leicht, das kommt nie dran. Nie. Gelernt habe ich für sachenrechtstypische Fälle wie EBV, Sperrwirkung, Ausnahmen, Gutglaubensschutz. Sogar für die schlimmsten Fälle wie den Albtraum „forderungsentkleidete Hypothek“. Und dann eben die Prüfungsangst. Also habe ich zwei Anspruchsgrundlagen gar nicht geprüft. Und fragt mich nicht, was ich als „crazy old cat lady“ gelitten habe an der Frage, wo ich freilaufende Katzen einzusortieren habe (Zustandsstörer, Handlungsstörer). Da kommt man als Katzenbesitzer ins Schwitzen ^^ Aber bestanden. Und das ist insofern relevant, als dass ich auch Verwaltungsrecht bestanden habe. Somit ist die zweite Modulschranke weg und der Weg zu den Ergänzungsmodulen frei.

Verwaltungsrecht: 53 von 100, 4,0. Und hier wird es ärgerlich und ärgerlicher. Denn auch nach Rücksprache mit Verwaltungsmenschen und Kommilitonen bleibt die Gewissheit, dass ich hier nicht gerecht bewertet wurde. Und ich bin (gerne Blick auf alte Bewertungen richten) hier wirklich ungern nörgelig. Während Sachenrecht rechtmäßig nur mau bewertet wurde, wurden hier mit wenigen Randbemerkungen vorrangig Kleinigkeiten abgestraft. Nicht nur mir erschließt sich hier nicht die Bewertungsgewichtung, zumal der Fokus auf Begründetheit lag und alles richtig und vollständig gelöst wurde, was auch nicht bemängelt war. Also ist meine (erste) Remonstration gestern raus. Denn Verwaltungsrecht AT fand und finde ich toll, übersichtlich und gut zu lernen. Das hat mir im Vorfeld tatsächlich Spaß gemacht. Hier schaue ich mal, was die Remonstration ergibt. Und vielleicht ist es nur konsequent, Verwaltungsrecht mit dem Verwaltungsrechtsweg zu beantworten. Bekommt man gleich Übung.

Und ich warte noch immer auf Schuldrecht BT. Zwar hängt daran keine Schranke irgendeiner Art, aber es war der Zweitversuch und ich würde ungern im Letztversuch landen. Zwar bin ich überzeugt, bestanden zu haben, aber wie vermutlich jeder weiß: das kann trügen.

Und zur Info: als jemand, der in dem was er bisher getan hat, immer gut war. Also auffällig gut, ist es fürs Ego aufs Äußerste schmerzhaft, so verdammt mittelmäßig abzuschneiden. Auf der anderen Seite weiß ich natürlich, dass die Uninoten am Ende für mich keine Relevanz haben. Alles was zählt, sind Schwerpunkt und Examen. Das muss ich mir auch immer wieder sagen, denn sonst werde ich vermutlich wahnsinnig an diesen mittelmäßigen Ergebnissen. Und ich wusste ja, dass es ungefähr so laufen würde. Plan war von vornherein, möglichst schnell durchs Studium zu kommen, um dann möglichst lange selbstständig Examensvorbereitung betreiben zu können. Vor allem der Klausurenkurs für mich als Theoretiker mit Schwächen hinsichtlich Praxis und Pragmatismus.

Ich hoffe, eure Noten sind phantastisch ausgefallen und ihr könnt euch feiern. Falls ihr sie schon bekommen habt.

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