3. Semester Prüfungen

Endlich

Das erste Klausurenergebnis ist da. Und ich meine Klausur.

Denn obwohl das Klausurenschreiben Hauptaufgabe des Staatsexamens sein wird und wir vorrangig darin geschult werden sollen, die Gutachtentechnik sauber anzuwenden, hat sich wegen Corona einiges geändert. So ist die erste „kleine“ und dann doch als groß empfundene Klausur, BGB AT, in eine Hausarbeit gewandelt worden. Ja, Propädeutikum habe ich im ersten Semester als Klausur simuliert geschrieben. (Man hätte theoretisch spicken können), aber Propädeutikum findet an sich ja in „geschütztem Rahmen“, außerhalb der realen Gesetzestexte in einem fixen Kleinstuniversum mit erfundenen, zusammenhängenden Normen statt. Die Klausur hatte ich ganz gut bestanden und war dann durch die erste Hausarbeit gerasselt. Externes Rechnungswesen lasse ich jetzt mal außen vor, da mein Entschluss steht, WiWi zu schieben, bis ich den neuen Stundenplan kenne. Dann gab es für mich noch Staats- und Verfassungsrecht, Hausarbeit.

Und dieses Semester habe ich dann dementsprechend panisch der Klausurenzeit entgegengefiebert. Arbeitsvertragsrecht und Schuldrecht BT sollten geschrieben werden. Dabei BT aber „open book“, heißt spicken erlaubt. Und Arbeitsvertragsrecht ohne alles, ohne Netz und doppelten Boden. Meine Angst war grenzenlos. Eigentlich die erste „richtige“ Klausur.

Und da ich sicher bin, Schuldrecht BT verhauen zu haben (siehe früherer Beitrag), hatte ich Panik im Kopf. Was, wenn ich Arbeitsvertragsrecht auch versaut habe? Ich liebe Jura, wollte nichts anderes machen. Aber dann nicht vielleicht doch aufhören, wenn ich offensichtlich nicht mal BGB AT gebacken bekomme?

Und nun letzte Woche die Erleichterung. Und was für eine. Arbeitsvertragsrecht 83 Punkte, Note 2,0. Ich habe glatt ein bisschen geheult vor Freude und Erleichterung. Ich kann es doch, das Klausurenschreiben. Es war auch das erste Mal, dass mein Gutachtenstil nicht bemängelt wurde. Es fühlt sich an, als sei in mir ein riesiger Knoten geplatzt. Ich warte noch auf vier Ergebnisse, aber dieses Ergebnis tat unfassbar gut.

Die einzige Furcht ist nun, BGB AT ein zweites Mal versaut zu haben. Das wäre furchtbar und zudem furchtbar peinlich.

Heute stehen nun die EAs an. Die kommenden Tage wird Sachenrecht bearbeitet, danach Verwaltungsrecht. Ich hoffe innigst auf die Klausurenzulassung, da ich sonst vielleicht doch noch internes Rechnungswesen machen muss.

Ich hoffe, ihr habt bisher auch bestanden, was ihr bestehen wolltet. Wenn nicht: Weitermachen und nicht von Korrektoren und Musterlösungen einschüchtern lassen. Eine liebe Kommilitonin, die wirklich fleißig und clever ist, hat BGB AT und Schuldrecht AT mit knapp über 50 Punkten geschrieben (und einige böse Kommentare von Korrektoren dabei erhalten). Das Semester darauf schrieb sie dann in Arbeitsvertragsrecht und Strafrecht beide Abschlussarbeiten mit sehr gut.

Euch allen eine schöne Woche

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