Erfahrung

Ärger, Kosten, Gedankenpausen

Ihr Lieben, ich habe nun schon Wochen nicht gebloggt. Seit März habe ich den Katzenschnupfen im Haus und renne alle zwei Wochen zum Tierarzt. Dann ein Unfall, eine genähte Lippe. Ehrlich?

Ich bin bedient für dieses Semester.

Aber das Studium muss weitergehen, auch wenn das Leben mehr oder weniger im Weg ist.

Und was bietet das Studium dieses Semester?

Vor allem horrende Kosten. EM Öffentliches Recht ist ein unfassbarer Kohlefresser. Die Fallbücher sind rar und teuer. Die Lehrbücher sind vielfältiger – und teuer. Der Rehborn ist ***teuer und wird für die Klausur vorausgesetzt. (Bezaubernd ist, dass kurz vorher noch eine Ergänzungslieferung ansteht). Zudem ist der Sartorius zuzulegen. Alles in allem zahle ich dieses Semester wohl das Dreifache der üblichen Summe. Yippieh, wenn da noch Tierarzt und eigener Unfall dazukommen.

Und ist das Modul wenigstens gut lernbar?

Tja, das ist wohl Typfrage. Ich befürchtete bei Kommunalrecht kurz, ich könnte eine Narkolepsie entwickeln. Dagegen war Baurecht Thriller pur. Und Polizeirecht war OK. Kurz: Verwaltungsrechtler wird aus mir in diesem Leben nicht mehr.

Was macht Baurecht aus einem?

Da sitzt man im Garten bei Freunden und überlegt, ob die Werkzeughütte im Garten sowie der gemauerte Kaminofen/Grill genehmigungsbedürftig sein könnten, weil zumindest von dem Grill doch Brandgefahr ausgehen könnte. -.- (Spoiler: nein, zumindest in Niedersachsen ist er nicht zu genehmigen, solange der Abstand zu Nachbarn und Büschen gewahrt bleibt). Der angehende Jurist braucht gute Verdrängungsmechanismen und gelegentlich ein-zwei Gläser Alkohol mehr.

Und ZPO ? Bietet da auch eher kein Gegengewicht.

Handels- und Gesellschaftsrecht ist eingängig, aber gerade Gesellschaftsrecht ist mir wegen der veränderten Rechtsprechung seit 2000 zuwider (die mit dem neuen MoPeG soweit ersichtlich dann zukünftig in Gesetz gegossen wird. Glückwunsch. Die GbR, der Schuldturm der Moderne).

Bliebe noch EM Grundlagen. Ich liebe Rechtsgeschichte. Eigentlich. Und Zivilrecht und Strafrecht sind auch von der Uni gut umgesetzt. Und dann sitze ich vor dem Eisenhardt-Skript und weine bitterliche Tränen. Meine geliebte Grundrechtsgeschichte sinnentstellend verkürzt. Napoleon kaum erwähnt, Bismarck kaum erwähnt. Kontinuitätstheorie und nationalistischer Blick auf ein immer europäischer werdendes Recht in seiner Entwicklung, das auch während der Entwicklung immer schon auch europäisch war und sich gegenseitig beeinflusst hat. Ach, Fernuni. Das kann doch nicht dein Ernst sein! Klar, das mit dem Grundgesetz hätte Deutschland auch ganz alleine geschafft. Wer brauchte eigentlich ernsthaft die französische Revolution, die amerikanische Verfassung oder die Alliierten? Stünde der Fernuni gut, auch den Blick auf die Rechtsgeschichte in die Moderne zu holen. Ich habe schon den Abiturstoff Geschichte vor ein paar Jahren für tendenziös und verkürzt gehalten. Ich hätte gedacht, dass eine Universität einen höheren Maßstab ans Wissen legt. Rechtsgeschichte ist toll, aber nicht so. (Ich habe vor Jahren tatsächlich an der Leibnizuni Hannover mal Rechtsgeschichte mitgehört. DAS war ein toller Kurs).

Also: wenn ich nach diesem Semester nicht hinwerfe, dann werfe ich nie hin. Und ich werfe nicht hin. Aber verdammt, ich bin froh, wenn es vorbei ist. Nächstes Semester wartet Familienrecht. Darauf zumindest freue ich mich sehr.

Euch wünsche ich, dass es bei euch besser läuft. Der versprochene Beitrag über die Beleginfos folgt, sobald es bei mir ruhiger wird (mein Gesicht also nicht mehr in Teilen grün ist und die Katzen halbwegs gesund).

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